«Schluss mit uferlosem Bau von Zweitwohnungen»

Zur Eidgenössischen Volksabstimmung vom 11. März

Die Initiative «Schluss mit uferlosem Bau von Zweitwohnungen» will den Anteil von Zweitwohnungen pro Gemeinde auf 20 Prozent beschränken. Wo dieser Anteil bereits heute höher liegt, kommt es bei Annahme der Initiative zum Baustopp für Zweitwohnungen.

Zweitwohnungen können Zweitwohnungen bleiben:

Die bestehenden Zweitwohnungen können nach Annahme der Initiative als Zweitwohnungen benutzt und verkauft werden. Eingeschränkt wird nur die Umnutzung von Erstwohnungen und der Bau neuer Zweitwohnungen.

Ferienwohnungen sind keine Zweitwohnungen:

Die Initiative richtet sich nur gegen Zweitwohnungen (kalte Betten), nicht gegen vermietete Ferienwohnungen (warme Betten). Diese können weiterhin gebaut werden und bieten Schweizer Familien ein unvergessliches Ferienerlebnis.

Die Schweiz hat bereits heute zu viele Zweitwohnungen:

Und über 8000 kommen jedes Jahr hinzu. Die Initiative stoppt den Bau neuer Zweitwohnungen, die unsere Bergwelt zerstören und meistens leerstehen.

Zweitwohnungen zerstören die Schönheit der Schweiz:

Unsere Kinder sollen noch eine intakte Natur und Bergwelt erleben dürfen. Zweitwohnungen verschandeln die schönsten Landschaften der Schweiz und ruinieren die intakten Ortsbilder unserer Bergdörfer.

Einheimische werden durch den Zweitwohnungsbau vertrieben:

Der Zweitwohnungsbau treibt Mieten und Preise für Wohneigentum in die Höhe. Einheimische werden aus ihrer Heimat vertrieben und zur Abwanderung gezwungen.

Der Schweizer Tourismus leidet unter dem Zweitwohnungsbau:

Hotels, vermietete Ferienwohnungen und Tourismusunternehmen leiden unter dem Zweitwohnungsbau:

•    Der Zweitwohnungsbau zerstört den Trumpf des Schweizer Tourismus – intakte Landschaften und Natur.
•    Zweitwohnungen stehen 11 Monate im Jahr leer und bringen so den Bergbahnen, Restaurants und anderen Tourismusbetrieben wenig.
•    Hohe Bodenpreise und Spekulation führen zu Hotelschliessungen und serbelnden Tourismusbetrieben.

Der Bau von Zweitwohnungen frisst wertvolles Kulturland:

Landwirtschaftsbetriebe im Berggebiet werden aus ihrer Existenz gedrängt und müssen aufgeben.

20 Prozent Zweitwohnungen sind genug:

Die Initiative gibt den Gemeinden Leitplanken für den Zweitwohnungsbau vor. Dadurch schränkt sie den Wildwuchs von Zweitwohnungen ein.

Die Initiative schafft Arbeitsplätze in den Berggebieten:

Die Bauwirtschaft muss sich bei Annahme der Initiative neu orientieren. Nachhaltige Bauprojekte für Hotels, vermietete Ferienwohnungen und Tourismusanlagen sowie Renovationen werden wieder rentabel. Die Auslastung der touristischen Infrastruktur verbessert sich und sorgt für einen erfolgreichen Tourismus.

Gegenvorschlag – eine Alibiübung von Bundesrat und Parlament:

Der indirekte Gegenvorschlag fordert Gemeinden und Kantone auf, ein «ausgewogenes» Verhältnis zwischen Erst- und Zweitwohnungen herzustellen. Welches Verhältnis ausgewogen ist, wird aber den Kantonen und Gemeinden überlassen.    •

Quelle: www.zweitwohnungsinitiative.ch, 28.2.2012
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Die Initiative wird von der «Stiftung Landschaftsschutz Schweiz» unterstützt.

Verdichtetes Bauen

gs. Seit längerem wird ausserdem diskutiert, dass innerhalb der Bauzonen sorgsamer und überlegter gebaut werden sollte. «Verdichtetes Bauen» ist das Stichwort unter Ortsplanern und Architekten. Das Wohnen soll familienfreundlich und mit guter Anbindung an den öffentlichen Verkehr, für ältere Menschen, Kinder und Jugendliche tauglich sein, die kleine Einkaufsmöglichkeit für Hausfrauen, die von der Arbeit kommen, in der Nähe haben und ähnliches mehr: mit Blick auf das, was die Bevölkerung und eine gesund heranwachsende nächste Generation braucht. Dass das geht, haben einige Gemeinden im Welschland schon bewiesen.
Wenn nun aber in Seldwyla ein umsichtiger und verantwortungsbewusster Bürger so etwas an die Hand nimmt … In einem schmucken Dorf mit viel Riegelbau und Denkmalschutz stand ein ehemaliger Bauernhof mit einer Scheune, die so baufällig war, dass sich kaum mehr einer unter das Dach wagen konnte. Bürger X., dessen Elternhaus es ist, plante einen Ersatz für die Scheune. Er reichte ein Baugesuch ein, mit dem der Scheunenteil durch einen sehr gut ins Ortsbild passenden Anbau zum Wohnhausteil ersetzt würde. Dieser Anbau würde drei Wohnungen ergeben für seine erwachsen werdenden Kinder, die bald Familien gründen wollen. Das Projekt findet Gefallen und wird bewilligt. Der Bauherr geht an die Arbeit und macht den Platz frei.
Schwups fällt es einem Mitbürger ein, dass dies gegen einen Paragraphen der Denkmalpflege verstossen könnte, und holt die Herren vom Kanton auf den Plan. Und nun ist der Teufel los in Seldwyla! Vorläufiger Stand: Die Scheune müsste wieder aufgebaut werden, plus eine Anzeige beim Statthalteramt.
«Staatliches Handeln muss angemessen sein», ist eine gesetzliche Maxime. Wie bringt man nun der Prinzessin «Denkmalschutz» bei, dass die luxuriösen Jahre der Hochkonjunktur vorbei sind und sie sich in das Volksganze einzufügen hat? Müssen alle diesbezüglichen Gesetze und Verordnungen «ausgekämmt» und auf das Nötige zurückgeführt werden? Dass ein Umbau eines unter diese Paragraphen fallenden alten Gebäudes ganze Familien um ihre Altersreserven bringt, weil um jeden alten Balken im Innenausbau gestritten werden und dafür handgeschnitzter Alt-neu-Ersatz gesucht werden muss und ähnliches mehr, das kann ja nicht Zweck von «Denkmalschutz» sein. Die Prinzessin muss sich einfügen. Dass jede Renovation und jeder Umbau so teuer wird, dass nur noch Spekulanten und die Mafia es zu leisten vermögen, kann ja nicht Sinn der Sache sein.
Dem Gemeinderat von Seldwyla hätte man mehr Sachverstand zugetraut: Er hätte einen Ausweg der Vernunft suchen können. Die Schweiz hat anderes und Wichtigeres zu tun. In Seldwyla steht das Projekt atomares Endlager «ante portas».