Zur GSoA Initiative gibt es meines Erachtens nur eine Antwort:
Wer in der Schweiz lebt und von unseren Errungenschaften wie Gemeinden, Kanton und Bund profitiert, ist wehrpflichtig!
Die Initiative ist somit abzulehnen!
also NEIN auf den Stimmzettel!

Freundliche Grüsse

Hans Versell, Münsingen

1940–1945: J. R. von Salis im Radio Beromünster, «Inbegriff eines Senders der Freien Welt»

Sehr freue ich mich über den Abdruck der Arbeiten von Professor J. R. von Salis in den Zeit-Fragen. Er ist mir seit meiner Jugend im Zweiten Weltkrieg ein Begriff, und ich habe mich später immer wieder an ihn erinnert. Die Sache war so: Mein Vater war ein entschiedener Gegner der Nazis. Sein Einfluss führte dazu, dass ich bereits in sehr jungen Jahren (ich war bei Kriegsende vierzehn Jahre alt) ­politisch interessiert war. An unserem Rundfunkgerät suchte ich nach ausländischen Sendern, um mich über das zu informieren, was uns die nationalsozialistische Propaganda verschwieg. Dass dies verboten war und streng bestraft wurde, war mir bekannt. Neben der BBC fand ich auch Radio Beromünster. Es mag ein Zufall gewesen sein, dass ich auch an einem Freitag um 19:10 Uhr diesen Sender angestellt hatte, und mein Vater, der zu dieser Zeit eigentlich stets noch in seiner Praxis war (mein Vater war Arzt), dazu kam. Wir hörten gemeinsam den Wochenkommentar von Professor von Salis. Wir waren von dessen Ausführungen so angetan, dass wir, soweit mein Vater sich für diese Minuten freimachen konnte, jeden Freitagabend gemeinsam am Radiogerät sassen. Mein Vater machte einen seiner Freunde auf die Sendung aufmerksam. Auch er wurde zu einem der regelmässigen Hörer des Professor von Salis. Ich erinnere mich noch genau, wie er manchmal anrief: «Wenn Dein Vater Zeit findet, soll er am Abend zu mir kommen und 19,10 Mark mitbringen.» Im Abhören von Telefongesprächen waren ja auch die Nazis gross, und so wurde manche Aussage umschrieben.
Mein Vater und ich hörten bis über das Kriegsende hinaus die grossartigen Kommentare des Herrn von Salis. Radio Beromünster wurde mit seinen objektiven Sendungen für uns zum Inbegriff eines Senders der Freien Welt. Wenn ich stets warme Sympathiegefühle für die Schweiz gehegt habe, dann ist dies nicht nur Friedrich Schiller, sondern viel mehr noch Radio Beromünster und Professor J. R. von Salis zu danken. Deswegen Dank an die Zeit-Fragen, dass sie wieder auf ihn aufmerksam machen.

Prof. Dr. Werner Gumpel, Gilching