Russland verspricht EU-Hilfe bei Überwindung der Wirtschaftsprobleme

ab. Nach Monaten einer auffallenden Hetze gegen Russland in allen Arten von Medien, deren Herz transatlantisch schlägt, und nach Monaten einer ebenso auffallenden Untätigkeit und einem voyeuristischen Danebenstehen beim Voranschreiten der Wirtschaftskrise – zeigt sich das solvente Russland kooperativ. Sowohl das in privater Hand reichlich vorhandene Geld innerhalb der ­europäischen Länder als auch der zahlungsfähige Nachbar im Osten können die Krise vermeiden helfen. Wer also will die Arbeitslosen und das Darniederliegen des menschlichen und fachlichen Tätigseins?

Der russische Präsident Dmitri Medwedew hat in Brüssel in einer Pressekonferenz zum Russland-EU-Gipfel bekräftigt, dass Russland der Europäischen Union bei der Überwindung ihrer Wirtschaftsprobleme helfen wird.
Russland sei sehr daran gelegen, dass die Europäische Union als eine starke politische und wirtschaftliche Kraft erhalten bleibe, weil zwischen Russland und der EU enge Zivilisationsverbindungen wie auch Verbindungen von gegenseitigem Vorteil bestehen, sagte Medwedew.
«Für uns, für Russland, ist ein vereintes ­Europa sehr wichtig. Es geht uns auch darum, dass die europäischen Staaten sich miteinander verständigen, Zurückhaltung und Mut in dieser keineswegs einfachen Situation zeigen, all das bewahren, was in den vergangenen Jahrzehnten geleistet wurde, und schliess­lich eine der wichtigsten Reservewährungen – ich meine damit den Euro – erhalten», so Medwedew.
Das liege sowohl im Interesse der Europäischen Union als auch Russlands, das 41 Prozent seiner Devisenbestände in Euro aufbewahrt. «Deshalb werden wir der EU natürlich Hilfe leisten. Wir besitzen eine Quote, die im Rahmen der Mitgliedschaft im Internationalen Währungsfonds auf Russ­land entfällt. Und wir werden allen unseren Verpflichtungen als IWF-Mitglied nachkommen und sind bereit, notwendige Gelder in die Unterstützung der europäischen Wirtschaft und der Eurozone zu investieren», sagte Medwedew.
Ihm zufolge ist Russland dazu bereit, auch andere Unterstützungsmassnahmen zu erwägen. Dabei wären die von den EU-Staaten zu treffenden Entscheidungen massgebend.
«Letztlich kann nur Europa sich selbst helfen, aber auch andere Länder müssen Bedingungen dafür schaffen, dass Europa die Krisenentwicklung baldigst los wird und aus dem Sturzflug herauskommt. Wir wollen dazu beitragen», so Medwedew.    •

Quelle: Ria Novosti vom 15.12.2011